2015 – Bürger*innen erzählen – das sind Ihre Geschichten zur “Flüchtlingskrise”.
Ein vielstimmiges öffentliches Wider-Sprechen gegen das eintönige politisch dominierende Narrativ von andauernder Bedrohung. Ein lebendiges Archiv der Zivilgesellschaft, eine Sammlung persönlicher Erinnerungen und Erlebnisse von 2015 bis heute, die auch in Zukunft zu mehr Solidarität und Miteinander ermutigen soll. Erzählen und teilen Sie hier Ihre Geschichten von Hilfe, Begegnungen, Kennenlernen, Sorge, Herausforderungen, Abschieden, Freundschaften.

2015 ist in unserer kollektiven Erinnerung der Beginn der “Flüchtlingskrise”. Im Juli dieses Jahres waren rund 50.000 Menschen in Griechenland an Land gegangen, um in Europa Asyl zu suchen. Genauso viele Flüchtende waren es im gesamten Jahr 2014 gewesen.

2021 sind die Fluchtwege nach Europa weitgehend geschlossen. In Griechenland und Bosnien leben tausende Menschen, Erwachsene und Kinder, unter unzumutbaren Bedingungen in Lagern. Immer wieder gibt es menschenrechtlich bedenkliche Abschiebungen aus Österreich. Nachrichten dazu unterbrechen jeweils nur kurz die täglichen Covid Berichte.

Die öffentlich dominierende Erzählung über 2015 und die Folgejahre beschreibt diese Krise und das Thema der Migration nicht als schwierige, vielschichtige Herausforderung, sondern als Schrecknis und andauernde Gefahr und Bedrohung für die Gesellschaften des globalen Nordens. Redundant wird mit Worten und Metaphern gespielt, die bewirken, dass sich die Zeit 2015/2016 als völlig ungeschützt, unkontrollierbar, beängstigend, schier überwältigend in das soziale Gedächtnis einschreibt. Das geschieht im besten Fall achtlos, meist aber natürlich bewusst und mit Absicht.

Das ist einer demokratischen Gesellschaft unwürdig. Viele Menschen haben ganz andere Erfahrungen gemacht.

2015 – Bürger*innen erzählen – gibt Ihren Erzählungen auf dieser Website öffentlichen Raum und wird so vielleicht zu einem Archiv der Zivilgesellschaft. Wir sammeln Geschichten von offener, spontaner Hilfsbereitschaft, von Solidarität, von liebevollem und bis heute andauerndem Engagement, vom Kennenlernen, von Freundschaft, von Zweifeln, von Mut, vom von sich selbst überrascht sein. Geschichten von Schmerz und Enttäuschung, von Hilflosigkeit und Abschied, von Befremdung gegenüber der Politik Österreichs und des “Friedensprojektes” Europa.

Weil es einen Unterschied macht, was eine Gesellschaft sich über sich selbst erzählt.
Weil unsere Erinnerungen und Erzählungen der Stoff sind, aus dem wir Zukunft gestalten.