Gemeinsam mit Hadi Mohammadi hielt ich nach meiner Rückkehr Workshops in verschiedenen Wiener Schulklassen ab. Im Rahmen des Projekts „Zuflucht – von Afghanistan bis Wien“, einer Kooperation von Kardinal König Haus und mehreren Wiener Schulen, gefördert durch die Stadt Wien, habe ich von meinen Erfahrungen erzählt.

Als 2016 in meiner Deutschgruppe die ersten Flüchtlinge ihre negativen Bescheide bekamen, konnten sie sich nicht mehr konzentrieren, waren ständig müde, angsterfüllt und traurig.
So nahmen mein Mann und ich Dawood und Allahyar, zwei Freunde, mit in die romantische Erlaufschlucht, sie genossen es und waren dankbar. Im Winter wanderten wir von Alland nach Heiligenkreuz. Es war eiskalt und der Schneesturm prickelte im Gesicht, aber keiner jammerte, auch das gefiel ihnen.

Dawood schrieb Gedichte. Über 80 waren es. Er tat sich nicht leicht mit Deutsch, nur drei konnte ich mit ihm gemeinsam übersetzen. Ich fand niemanden, der bereit war und der es konnte, sie ins Deutsche zu übertragen. Aber ich suchte für diese drei Fotos, die dazu passten und gestaltete ein Büchlein für ihn, es war Ansporn für ihn, Deutsch besser zu lernen und er konnte uns so seine Gefühle, seine Gedankenwelt vermitteln und fühlte sich von uns verstanden. …

Jeder Kommentar, der den sofortigen Stopp menschenwürdiger Behandlung fordert, erhält einen stabilen grünen Balken. Kommt hier jemand mit Nächstenliebe wird er/sie sofort mit roten Stempeln abgestraft. Die wenigen, die hier noch dagegensprechen, haben als „Moralaposteln“ keine Chance mehr. Schon oft bin ich auf Kommentare wie diese gestoßen, doch diesmal bin ich persönlich involviert, …