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Vier afghanische Freunde

Nächtelang habe ich mich mit dem Asylrecht und mit Bescheiden beschäftigt, den Instanzenweg kennengelernt, getröstet, motiviert, demonstriert, uvm.
Das Wesentlichste ist aber das Wissen, dass wir alle Menschen sind, mit denselben Bedürfnissen, mit ähnlichen Gedanken und Gefühlen, dass wir uns viel weniger unterscheiden als man es oft meint.

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Buddyprojekt – Spaziergänge mit Zaki

Mich freut es, dass er sich so sehr für seine neue Heimat interessiert. Dass er mit mir in das Museum geht. Das Museum ist schön angelegt. Viele interessante Objekte. Zaki wundert sich, dass ich die alten Schriften lesen kann. Durch ihn registriere ich, wie viel ich in meinem Leben gelernt habe. Als Frau! Wir nehmen alles selbstverständlich. Viele nutzen es nicht.

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Zeitzeugin 2015-16-17

Für mich ist bis heute nicht durchschaubar wie sich diese positive Dynamik wendete und eine Stimmungsänderung immer mehr durchsickerte. Die österreichische Regierung wurde zur Vorreiterin in Europa bei dem Thema  Schließung der Balkanroute und Bauen von Zäunen. Sie begann damit Menschen zu verunsichern und eigenartige Darstellungen der Kriminalstatistik zu veröffentlichen um Obergrenzen festzulegen.

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Rückblick auf 2015 und danach

Besonders gerne erinnere ich mich an ein Sommerfest im Pfarrgarten – dabei wurden die unterschiedlichsten Speisen aus verschiedenen Ländern serviert, viel geplaudert, gelacht und getanzt. Es gab auch sehr nette Treffen mit den Frauen und Kindern, z.B. am Spielplatz.

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Erinnerungen an 2015

Wieder würde ich genauso handeln. Erst zuhören, dann urteilen. Lebensentwürfe mussten komplett neu geschrieben werden. Chemie stimmt, Freundschaften entstehen. Offene Arme empfingen verzweifelte Menschen. Medien können unsere Meinung beeinflussen. Erinnerungen, die uns niemand mehr nimmt.

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Transitquartier Graz-Webling

Es ist eine freundliche Atmosphäre, das Wetter ist schön, trotzdem kullern meine Tränen unaufhörlich und ich empfinde die Situation als extrem grausam. Armut ist mir aufgrund einer Beschäftigung in einem der ärmsten Länder der Welt vertraut, damit kann ich umgehen. Aber diese Situation erschüttert mich total und ich kann auch nicht gleich beschreiben, was diese Situation so unerträglich macht. …

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Die Natur heilt und verbindet

Als 2016 in meiner Deutschgruppe die ersten Flüchtlinge ihre negativen Bescheide bekamen, konnten sie sich nicht mehr konzentrieren, waren ständig müde, angsterfüllt und traurig.
So nahmen mein Mann und ich Dawood und Allahyar, zwei Freunde, mit in die romantische Erlaufschlucht, sie genossen es und waren dankbar. Im Winter wanderten wir von Alland nach Heiligenkreuz. Es war eiskalt und der Schneesturm prickelte im Gesicht, aber keiner jammerte, auch das gefiel ihnen.

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Die Verhandlung und der Abschied

Dawood schrieb Gedichte. Über 80 waren es. Er tat sich nicht leicht mit Deutsch, nur drei konnte ich mit ihm gemeinsam übersetzen. Ich fand niemanden, der bereit war und der es konnte, sie ins Deutsche zu übertragen. Aber ich suchte für diese drei Fotos, die dazu passten und gestaltete ein Büchlein für ihn, es war Ansporn für ihn, Deutsch besser zu lernen und er konnte uns so seine Gefühle, seine Gedankenwelt vermitteln und fühlte sich von uns verstanden. …