Rückblick auf 2015 und danach

Gabi Wimmer, Ziersdorf, Niederösterreich

Es war aufregend und spannend mit vielen Unsicherheiten, die Zeit bevor die Asylwerber auch nach Ziersdorf kamen. Täglich in den Medien. Endlich waren sie auch bei uns angekommen: Familien, Alleinstehende, Männer, Frauen, Jugendliche … mit bewegenden, berührenden und auch traurigen Geschichten, warum sie die Heimat und auch ihre Familien verlassen haben. Eines hatten sie alle gemeinsam: Die Hoffnung auf ein besseres Leben, auf eine bessere Zukunft.

Nach einem ersten Treffen und vorsichtigen Kennenlernen haben sich nach und nach viele unterschiedliche Leute aus unserer Großgemeinde zu einem Deutschkurs-Team vereint. Es war ein schönes Miteinander der Bevölkerung – mit Unterstützung der Gemeinde, des Roten Kreuzes, der Pfarre und vielen motivierten Menschen. Dabei wurde auch ein tolles Spendenlager eingerichtet.

Besonders gerne erinnere ich mich an ein Sommerfest im Pfarrgarten – dabei wurden die unterschiedlichsten Speisen aus verschiedenen Ländern serviert, viel geplaudert, gelacht und getanzt. Es gab auch sehr nette Treffen mit den Frauen und Kindern, z.B. am Spielplatz.

Meine Erfahrungen waren sehr positiv und es haben sich viele Freundschaften entwickelt. Einige haben im Kirchenchor mitgesungen, manche sind auch immerwieder in die Kirche gekommen, oder sie waren im Fußballverein. Es gab viele nette Begegnungen im Alltag und trotz der sprachliche Barriere, haben wir immer einige Worte der Verständigung gefunden. Ein freundliches Lächeln gab es allemal.

Für mich war diese Zeit eine große Bereicherung, neue Menschen und deren Kulturen kennenzulernen. Gleichzeitig bin ich mir auch wieder bewusst geworden, in welch wunderbarem Land wir leben dürfen – ohne dass wir uns das so ausgesucht haben.

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